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ED 2000 - Beitrag für Elektrigger Musikmagazin (FAB)

Konzept, Kamera + Schnitt Rainer Remake

Mini DV 12 min | Storyboard | 2003 | Electrigger TV

 

 

Corren kommt als Kind eines Künstlerpaares bereits früh mit Musik in Berührung.
Sein Vater liebt schwarze Musik der 60er Jahre und kopiert mit zwei Tape-Decks neue Stücke.
Corren sitzt stundenlang dabei, hört zu und schaut seinem Vater auf die Finger.
Mit vierzehn ist er zum Vinyl-Freak geworden. In seiner ersten Squatt in London geben sich
die Leute die Klinke in die Hand, um bei ihm gute Musik zu hören.
Zu seinen Favoriten zählt Jim Morrison, dessen Einstellung zum Musikerdasein
eine Seelenverwandtschaft zu Corren´s Ansicht über seinen eigenen Weg zeigt:
„It´s not that I´m doing it, it´s happening to me.“

Das trifft auch auf Corren´s Leben zu. Die Entwicklung der Musiktrends und Stile um ihm herum
kommt zu ihm. Er ist beständig offen für neue Impulse und läßt sich
bei seinem Engagement als Musiker, DJ, Veranstalter und Produzent von seinem Feeling leiten.

Corren´s Debüt ist 1978 in „Billy´s Club“, einem Post - Punk Club in Soho.
Er spielt zuerst E-Gitarre in einer Punk-Band und legt nach einiger Zeit Platten aus seiner
schon damals begehrten Vinyl-Sammlung auf.

1989 nimmt er das Angebot aus Berlin an, in der „Ständigen Vertretung“
als Resident-DJ aufzulegen. Musikalisch beginnt er seine Laufbahn mit House,
stößt allerdings beim technoiden Publikum auf mehr oder weniger taube Ohren.

Corren´s Offenheit für neue Musikrichtungen führt ihn bereits 1991/92 zum Ambient.
Um den Leuten diese Art von Musik näher zu bringen,
spielt er z.B. während einer Techno-Party in der Ständigen Vertretung einen
18minütigen Ambient-Track und ändert hier mit einem Schlag die gesamte Atmosphäre.
Die Reaktion des Publikums spaltet sich von Faszination bis zu verstörtem Unverständnis.

Sein heutiger Name „ED2000“ entwickelt sich 1992, im Zusammenhang mit einem Art-Symposium
in der Tschechei. Dabei geht es um ein künstlerisches Gesamtkonzept des Projektes
„Earth Dream“, daß humanitäre Inhalte als auch „Visions for the Millenium“
vermitteln will. Corren übernimmt den musikalischen Part und auf der Suche nach einem
passenden Namen entsteht hier ED2000.

In Berlin sorgt ED mit verschiedenen Bands wie z.B. den Elektronauten auch im Underground für Furore.
In illegalen Kellerclubs der Linien-und August Str. feiert die ansässige Szene
zu seinen neuesten Techno-und House Tunes.

Er belebt auch ein New Yorker Tanztheater während der Aufführungen mit experimentellen Sounds.
Die künstlerische Zusammenarbeit zwischen Tänzern und ihm basiert auf Improvisation.
Dies inspiriert beide Seiten jeden Abend auf´s Neue.

Auf Kiss-FM spickt er die Sendung „ED2000“ mit Ambientsounds. Das Programm orientiert sich
an ED´s Ansicht über die Rolle eines DJs: “Bring music to the people!“
Die Idee der Sendung ist es, sie als Medium für die Verbreitung neuer Sounds zu nutzen,
ohne dabei eine stilistische Bindung einzugehen. Für viele gelten diese Sounds als Offenbarung
und bis heute ist ED´s positiver Einfluß auf die elektronische Musikentwicklung in Berlin unumstritten.
Auf der anderen Seite gibt es aber auch heftige Attacken gegen ED. Ein Ambient-Kollege versucht,
durch wochenlange Anrufe im Sender „ED2000“ abzusägen. Als ED davon Wind bekommt,
geht er direkt zum Manager, verlangt nochmal zwei Stunden mehr Sendezeit und bekommt sie.

1994 trifft man ED im Rahmen der Loveparade auf der von Dr. Motte und Uwe Reinicke organisierten
sagenumwobenen „Interference“ Festival. Im Tresorgarden wird ED von einem wütenden Gast
heftig angegangen. „35,- Eintritt zu zahlen um einen CD-DJ zu hören“ bringt
diesen Gast so in Rage, daß die Security ED schließlich retten muß.

Im K-Club legt er ´96/´97 das erste Mal nur noch Break-Beats auf.
Hier wächst im Stillen die Idee für die späteren „Dangerous Drums“ heran.
Kurze Zeit später trifft er auf Tanith und dessen „Beat Bomb“ im Casino.
Sie finden schnell einen gemeinsamen Nenner und organisieren mit DJ„Arzt“ (Doktorspiele)
die erfolgreiche Silvesterparty „Party, like it´s 1999“ in der Maria am Ostbahnhof.

Zwei Monate darauf startet dort die, von der Presse als „Big Beat“ angepriesene Partyreihe
„Dangerous Drums“, die bis heute auf großen Anklang beim Publikum stößt.
Sie ist so erfolgreich, daß die „Dangerous-Drums“ im Mai/Juni 2001 durch Texas,
NY, Zürich, Nimwegen, Kaliningrad und Sopot touren.

Als Trendsider beobachtet ED seit ca. 20 Jahren die sich ständig neu entwickelnden Musikimpulse.
Die meisten stammen in regelmäßigen und kurzen Abständen hauptsächlich aus England,
weil dort generell mehr produziert wird. Aus dieser Perspektive bezeichnet ED „Big Beat„
als einen Kurzzeittrend, vergleichbar mit Punk, der von den wahren Insidern bereits
nach acht Monaten wieder für tot erklärt wurde.

Eines von ED´s Zielen ist es, die „Berlin Breaks“ aufzubauen.
Darunter sind z.B spezielle Musikveranstaltungen wie die „Dangerous Drums“ zu verstehen,
in denen unterschiedliche Richtungen und Entwicklungen
wie z.B. Garage, Elektro, 2Step, Big Beat...Platz haben.

„Berlin Breaks“ bedeutet auch, deutschen Labels, die bis dato wenig Offenheit
für Big Beat und Break Beat zeigen, selbstbewußt etwas entgegenzusetzen.
Um diese Tunes zu verbreiten und aus purer Lust am Sound machen,
betreibt ED gemeinsam mit seiner Freundin Vela das eigene Label „Danderous Drums“.

 

 

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